Wie wir gehen
Der Fuß ist perfekt dafür geformt, die wichtigste Funktion im Leben auszuführen: Er sorgt für Fortbewegung. Gehen ist eine dieser einfachen und natürlichen Funktionen, die uns plötzlich komplex und unbeholfen vorkommen, wenn wir stehen bleiben, nachdenken und versuchen, die Bewegung in ihre Einzelteile zu zerlegen. Hier ein kleiner Leitfaden zum Thema "Gehen":- Das Gehen (oder der Gang) beginnt mit der Standphase - dem Zeitraum, in dem der Fuß Kontakt zum Boden hat. Sie wird in 3 einzelne Phasen unterteilt:
- Die Kontaktphase beginnt damit, dass der Fuß mit der Außenkante der Ferse auf den Boden trifft. Das Schienbein dreht sich einwärts, und der Fuß senkt sich im Subtalargelenk (dem Gelenk, das den Fersenknochen mit dem Talus verbindet). Der Fuß rollt weiter einwärts, bis die Mittelfußknochen das volle Gewicht tragen. Kurz gesagt, hat Ihr Fuß den Stoß des Auftretens aufgenommen, sich an die unebene Fläche angepasst und abgeflacht.
- In der Mittelphase verwandelt sich der Fuß vom beweglichen Anpasser in einen starren Hebel. Während dieser Phase dreht sich das Schienbein nach außen, und der Fuß hebt sich im Subtalargelenk, wodurch sich der Fuß auf die Vorwärtsphase vorbereitet.
- Die Vorwärtsphase beginnt mit dem Heben der Ferse, die Muskeln, Bänder und Sehnen werden angespannt. Der Vorderfuß und der Hinterfuß bilden zusammen ein Sprungbrett, mit dem die Zehen das Körpergewicht (vorwärts) vom Boden abheben können.
- Dann kommt die Schwungphase - der Zeitraum, in dem der Fuß vom Boden abgehoben ist. Nun kann der Fuß seine Position ändern, so dass die Ferse wieder aufsetzen kann. Die Schwungphase wird ebenfalls in zwei Phasen unterteilt:
- Beim frühen Schwung haben beide Füße gleichzeitig Kontakt zum Boden (doppelte Unterstützungsphase). Dieser Zeitraum der doppelten Unterstützung verkürzt sich mit zunehmender Laufgeschwindigkeit. Beim Rennen gibt es schließlich gar keine doppelte Unterstützungsphase mehr, da beide Füße sich in der Flussphase vom Boden abheben oder sich in der einfachen Unterstützungsphase nur ein Fuß auf dem Boden befindet.
- Bei der späten Schwungphase schließen sich Vorderfuß und Hinterfuß wieder zusammen und verwandeln den Fuß in einen starren Hebel, womit der Kontaktzeitraum der Standphase vorbereitet wird.
Auch wenn sich das alles ziemlich kompliziert anhört, sollten Sie daran denken, dass der andere Fuß seinen eigenen Ablauf gegengleich durchmacht - wenn der eine Fuß schwingt, kontaktiert der andere, und so weiter. Insgesamt verbringt jeder Fuß während des typischen Gehens etwa 62% der Zeit auf dem Boden und die übrigen 38% in der Schwungphase.

